Was ist Superkompensation? Teil 1

Sowohl im Fitnessstudio als auch beim Training zu Hause wird allzu häufig ein enormer Fehler begangen: Die Superkompensation des menschlichen Körpers wird durch falsches Training nicht in Gang gesetzt. Dies führt letztendlich dazu, dass Fortschritte ausbleiben und auf lange Sicht die Motivation schwindet. Dieser Artikel erklärt, was es mit dieser Körperfunktion auf sich hat und wie sie durch ein passendes Training erreicht werden kann.

Was ist Superkompensation?

Bei diesem Fachbegriff geht es um eine Beschreibung der Anpassungsvorgänge des Körpers auf das Training. Im weiteren Verlauf dieser Artikel wird auch von Adaption gesprochen. Als Beispiel soll zunächst die Muskulatur isoliert betrachtet werden.
Beim Training werden die Muskeln Reizen ausgesetzt. Soweit so gut. Nun tragen einige Muskelfasern kleinere Verletzungen davon oder reißen sogar. Was sich vielleicht problematisch anhört, ist nicht weiter schlimm. Der Körper ist ohne Probleme in der Lage, diese Verletzungen zu reparieren. Nach dem Training, also in der Regenerationsphase, werden die Verletzungen durch diverse Prozesse geheilt. Nach wenigen Tagen sind die Verletzungen in der Regel wieder fast vollständig verheilt und die Muskeln wieder völlig einsatzbereit. Der entscheidende Clou bei diesen Prozessen ist nun die Adaption des Körpers: Der menschliche Körper beugt zukünftigen Beanspruchungen vor. Dies bedeutet, dass er die verletzten Muskeln über ihre vorherige Leistungsfähigkeit hinaus repariert. Die Verletzungen werden nicht nur kompensiert, sondern sogar auf ein höheres Niveau gehoben.

Konkrete Beispiele

Die beschrieben Adaption hängt stark von den Trainingsreizen ab. Ist das Training beispielsweise im Rahmen des Bodybuildings auf ein optisches Muskelwachstum (die sogenannte Hypertrophie) ausgelegt, dann werden die verletzten Muskelfaser in dickerer Form wiederhergestellt. Ähnliche Zusammenhänge gelten nicht nur für die Dicke der Muskulatur, sondern auch etwa für die Energiebereitstellung, das Herz-Kreislauf-System oder die Arbeit des Nervensystems. Bei entsprechend ausgerichtetem Training werden die belasteten Komponenten zunächst geschädigt, um am Ende verbessert wiederhergestellt zu werden. Grundsätzlich wird in der Trainingswissenschaft von den folgenden Phasen gesprochen: Belastung, Ermüdung, Erholung sowie Überkompensation. Man könnte auch an den bekannten Ausspruch denken: Was mich nicht umbringt, macht mich nur härter!
Zu beachten ist an dieser Stelle, dass nicht alle Kompensationsvorgänge gleich schnell ablaufen. Muskeln werden beispielsweise sehr schnell wiederhergestellt, während Sehnen, Bänder oder sogar Knochen wesentlich länger für eine Adaption benötigen.

Der übliche Fehler

Obwohl das Konzept der Überkompensation kein Geheimnis darstellt, wird es in der Praxis allzu oft nicht eingehalten. Dies liegt sicherlich nicht zuletzt daran, dass leider allzu viele Trainer in gewöhnlichen Fitnessstudios keinen Wert auf eine effektive Trainingsplanung ihrer Kunden legen. Beim Training zuhause liegt die Ursache woanders, was später noch beleuchtet wird.

Weiter geht es spannend in Teil 2 der Serie!

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